Behavioral Compliance & Ethics

„Whatever else it produces, an organization is a factory that manufactures judgements and decisions.”
(D. Kahnemann, Nobel prize winner in economics)

“While many firms continue to see ensuring compliance as a legal exercise, it is really much more a behavioral science. That assertion may make attorneys uncomfortable, but for compliance programs to have real impact, managers need to test what works and what doesn’t.”
(H. Chen, former DoJ Compliance Expert) 

 

Beschreibung des Arbeitskreises Behavioral Compliance & Ethics

Corporate Compliance und Business Ethics ist eingebettet in ein organisatorisches Umfeld. Organisationen sind „entscheidungsbasierte soziale Systeme“ bzw. „decision machines“. Alles was in Organisationen passiert, geschieht in Form von Entscheidungen. Ob nun ein neues Produkt entworfen, ein Projekt begonnen, neues Personal gesucht, eine Transaktion durchgeführt wird etc., es handelt sich immer um Entscheidungen. Insofern ist auch illegales, kriminelles oder unethisches Unternehmensverhalten eine Entscheidung der Organisation und seiner Mitglieder.

Dies wirft die Frage auf, wie falsche Entscheidungen verhindert und richtige Entscheidungen gefördert werden können. Der Rahmen zur Herstellung einer sog. „decision hygiene“ ist aber weniger in der Rechts-, Betriebs- und Politikwissenschaften zu suchen – es bedarf vielmehr eines interdisziplinären Ansatzes, mithin der Nutzbarmachung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse. Dabei treffen mit der fortschreitenden Digitalisierung nicht nur Menschen und ihre Organisationen Entscheidungen, sondern auch zunehmend Maschinen und Algorithmen.

Vor diesem Hintergrund ist Gegenstand des Arbeitskreises eine Analyse verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse sowie deren Aufarbeitung zur Nutzbarmachung für die analoge und digitale Praxis. Ziel des Arbeitskreises ist demnach das Bemühen, den zurzeit bestehenden Transfermangel der einzelnen Fachdisziplinen außerhalb der klassischen Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft zu beheben.

Zur Einführung wird auf den Aufsatz „Behavioral Compliance statt Corporate Compliance? Zwischen gefährlichen Halbwahrheiten, absolutem Unsinn und aussichtsreichen Lösungsansätzen beim Versuch, Unternehmenskriminalität zu verhindern.“ (CCZ 2021, S. 1 ff.) verwiesen.
Download hier.

 

Leiter des Arbeitskreises Behavioral Compliance & Ethics

Markus Jüttner

Markus Jüttner ist Rechtsanwalt und verantwortet als Vice President der E.ON SE das Compliance Management System im E.ON-Konzern seit 2015. Herr Jüttner ist Vorstandsmitglied des DICO, Lehrbeauftragter an der Universität Heidelberg im Studiengang Organisationssoziologie sowie an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen im Studiengang Internationales Personalmanagement und Organisation. Er ist ferner Beirat der Simply Rational GmbH, einer Ausgründung des ehemaligen Centers for Adaptive Behavior and Cognition des Max-Planck-Institute for Human Development.